Burkhard lebt weiter

 


Der Sozialpädagoge lebt in Schopfheim in Nähe der Schweizer Grenze.

Im Kindesalter von 1 1/2 Jahren erkrankt Burkhard an Masern und Lungenentzündung. Dabei werden Bronchiektasien festgestellt. Die krankhaften Erweiterungen der Atemwege zerstören Bronchialschleimhaut und Lungengewebe. Schon in seiner Kindheit ist Burkhard deswegen oft im Krankenhaus. Es kommt häufiger zu Bronchitis und Lungenentzündungen. Burkhard gewöhnt sich daran, richtet sich mit den Beschwerden ein. 

Nach dem Abitur studiert er Sozialpädagogik. In dieser Zeit benötigt er immer wieder Sauerstoff aus dem Sauerstoffgerät, jedoch noch relativ selten und nur nachts. Nach dem Studium beginnt er mit der Arbeit als Sozialpädagoge. Schwere Infekte und Krankenhausaufenthalte sowie permanente und regelmäßige Medikamenteneinnahme gehören mittlerweile zu seinem Leben. Und die Beschwerden werden stärker. Im Sommer 1991, Burkhard ist seit mehr als fünf Jahren Leiter der Außenwohngruppe in einem Kinderheim in Münster, eröffnen ihm die Ärzte, dass seine Lunge nicht mehr in der Lage ist, die nötige Sauerstoffversorgung zu leisten. Nur eine Lungentransplantation kann sein Leben retten. Die Nachricht ist ein Schock. Dazu kommt, dass er so stark eingeschränkt ist, dass er nicht mehr erwerbsfähig ist und mit 35 Jahren in Rente gehen muss. 

Ende 1991 lässt Burkhard sich für eine Transplantation listen.
Über 10 Jahre wird er warten müssen. Die Bewältigung des Alltags ist ein Kraftakt. Neben den vielen Medikamenten muss sein Körper mindestens 16 Stunden am Tag mit Sauerstoff versorgt werden. Der Sauerstoffkonzentrator steht in der Küche, die Schläuche reichen durch die gesamte Wohnung. Unterwegs sein kann er nur mit dem Auto, da die schweren medizinischen Geräte mitgenommen werden müssen. Burkhard muss Tag und Nacht telefonisch erreichbar bleiben - sollte der Anruf kommen, dass eine geeignete Spenderlunge gefunden ist. 

In dieser schweren Wartezeit mit vielen gesundheitlichen und seelischen Hochs und Tiefs lernt er auch die Menschen vom BDO kennen. Er setzt sich intensiv mit seiner Erkrankung auseinander, informiert sich, diskutiert mit anderen Betroffenen und beginnt, sich zu beim BDO engagieren.
So ist er auch im Februar 2002 auf einem Kongress in Berlin, als ihn der Anruf ereilt, dass ein geeignetes Organ gefunden ist. Burkhard hat sich jahrelang gut auf diesen Moment vorbereitet. 

Am 25. Februar 2002 wird Burkhard eine Spenderlunge transplantiert: seine zweite Chance zu leben. Er erholt sich schnell von dem Eingriff. 16 Tage nach der Transplantation wird er aus dem Krankenhaus entlassen. 

Burkhard heute:
Burkhard genießt sein neues Leben sehr bewusst. 
Nach der Transplantation hat er drei Wochen lang Urlaub auf Usedom gemacht. Jeden Tag ist er dort Fahrrad gefahren, am Schluss sogar 50 km am Tag! Von dem Moment an, wo man weiß, dass das Leben begrenzt ist, werden die kleinen Dinge wichtig: Eine Blume, Vögel draußen in der Natur. Ich sehe das als Chance, hadere nicht mit dem Schicksal. Denn das Leben mit einer Spenderlunge ist zeitlich begrenzt. Burkhards Hoffnung aber ist konkret: Wenn ich damit 10 Jahre leben kann, das wäre eine gute Perspektive. In dieser Zeit hoffe ich auf Fortschritte in der Medizin. 

Viel Zeit zum Grübeln hat er nicht, denn seine Tage sind ausgefüllt. Da ist die Arbeit für den BDO. Vom Büro zu Hause aus kümmert er sich um die Presse- und Redaktionsarbeit, führt Beratungsgespräche und bereitet Vorträge vor, die er auch im Religionsunterricht an Schulen hält. Und den Rest des Tages ist er ganz Hausmann. Auch der nächste Sommerurlaub ist bereits geplant und das Fahrrad, das ist natürlich mit dabei. 

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